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Dörmann, Martin, der

Der Martin Dörmann gehört zu der Gattung der Wendehälse. Er zeichnet sich durch eine äußerst hohe Anpassungsfähigkeit aus und kann blitzschnell auf veränderte Umweltbedingungen reagieren. So kann er unerwartete Abstürze aus der Regierungsverantwortung unbeschadet überleben. Gegen das saure Milieu der Oppositionsbänke ist der  Dörmann durch seine Vergesslichkeit geschützt. Seine robuste Psyche bewahrt den Dörmann vor den für Oppositionsneulinge charakteristischen Selbstzweifeln. Auch das für den Dörmann typische Fehlen einer eigenen Haltung erweist sich hier als evolutionärer Vorteil.  So kann der Dörmann umstandlos von dem Regierungsmodus “Es gibt keine Alternative” in den Oppositionsmodus “Wir sind gegen das, wofür wir noch gestern waren” umschalten. Auf diese Weise kann der Dörmann seine Futterplätze auch in schwierigeren Zeiten verteidigen. Der Dörmann hat kaum Fressfeinde. Eine gewisse Gefahr droht ihm von den –> Wählern, die  aber selten den langen Atem besitzen, um den wendigen Dörmann dauerhaft zu verfolgen. Ab und an jedoch können die Wähler jedoch auch einen kapitalen Dörmann zu ihrer Beute machen, vor allem dann, wenn sie im Rudel auf die Jagd gehen.

update: Es gibt jetzt auch eine neue Maßeinheit Dörmann, siehe hier

Das Inforadio vom rbb ist mein Lieblingssender: Hier wird man umfassend über das Tagesgeschehen informiert. Aber manchmal lässt mich auch dieses Programm am deutschen Journalismus verzweifeln. Das gilt insbesondere für die morgendlichen Telefoninterviews mit Politikern. Nicht selten sind diese so zahm geführt, dass Inforadio lediglich zum Durchlauferhitzer für die Botschaften der Interviewpartner wird. Weiterlesen »

Weil ich nun doch einen überlangen Kommentar zur Feminismus-Diskussion bei Anne drüben geschrieben habe, veröffentliche ich ihn hier, anstatt Annes Seite damit zu verstopfen:

@Anne

Wer leidet am meisten?

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Feminismuskritik ist nicht gerade en vogue  – zumindest etliche Frauen vermuten dahinter schnell ein roll back der konservativen Männerherrschaft. So immunisieren manche sich gegen jede auch konstruktive Kritik. Der Feminismus wird zur Ideologie.

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Anne Roth fragt sich, warum unter den sogenannten “Alphabloggern” keine Frauen zu finden sind. Ich habe gerade dort einen längeren Kommentar hinterlassen. Dieser schließt am Ende mit folgender Überlegung (hey, Selbstzitat, wie eitel ;-) ): Weiterlesen »

Zu den Merkwürdigkeiten unserer Medienlandschaft gehört es, dass von den vielen Menschen, die schreiben, filmen oder moderieren, am Ende immer nur eine kleine Gruppe auf dem Podest der Prominenz steht.

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Neben meinem montäglichen Seminarraum tobt der Studierendenstreik bzw. die Audimaxbesetzung. Aber außer Parolen und Transparente im Treppenhaus bemerke ich davon nichts. Weiterlesen »

Man kennt das: Wenn ein Politiker in der Krise ist oder einem unlösbaren Problem gegenübersteht, erscheint alsbald ein Bild von ihm in den Medien, auf dem er das Gesicht in den Händen verbirgt. Diese Sorte Bild soll die seelischen Nöte des Politikers oder dessen Erschöpfung symbolisieren. Leider sind diese Bilder mehr Illusion als alles andere.

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Die sogenannten “Qualitätsmedien” sind in manchen Fällen sehr vergesslich. Sie wissen heute nicht mehr, was sie gestern noch als Wahrheit verkündet haben. Die Erinnerungslücken werden mit Momentaufnahmen und mit Fantasieprodukten gefüllt.

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Die Medien lieben Lafontaine. Er bietet offenbar unendlich viel Stoff, um die Seiten zu füllen. Dabei ist Recherche sogar zweitrangig, wie Stefan Niggemeier zeigt: Beim ehemaligen Nachrichtenmagazin begnügt man sich mit Fabulieren und mit Gerüchten.

Interessant ist aber auch, wie dort und anderswo die Tatsache, dass nichts passiert, zu einer Nachricht hochgejazzt wird.

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